Sogar die Erinnerung an die Befreiung von Nationalsozialismus und Faschismus ist in Südtirol auf Trennung ausgerichtet. Wie sich das äußert und welche Gründe dahinterstehen, darum dreht sich eine Gesprächsrunde am 22. April im Rahmen der Reihe „Resistenze“.
Nach dem 8. September 1943 – als die Deutsche Wehrmacht in Italien einmarschierte – bildeten sich in Südtirol zwei unterschiedliche Widerstandsbewegungen. Sie verliefen getrennt voneinander – hinsichtlich der Sprache, aber auch hinsichtlich der Vorstellung darüber, wo künftig die Staatsgrenze gezogen werden sollte. Nach Kriegsende waren Widerstand und Befreiung Themen, über die man in Südtirol besser schwieg, an die man besser nicht erinnerte. Erst Jahrzehnte später wurden allmählich Stimmen – auch von Frauen – laut. Doch die wachgerufenen Erinnerungen an Widerstand und Befreiung gingen erneut getrennte Wege und konnten sogar zum Spielball politischer Vereinnahmungen werden.
Lorenzo Vianini gibt im Gespräch mit Adina Guarnieri Einblick in seine Forschungen zur Südtiroler Erinnerungsgeschichte. Dabei zeigt sich, dass der Feiertag des 25. April – wie auch Befreiung und Freiheit – keine Selbstverständlichkeit ist.
Der HistoryTalk mit Lorenzo Vianini und Adina Guarnieri findet am Mittwoch, 22. April, um 18 Uhr im Pippo Stage in Bozen statt. Die Veranstaltung wird vom Frauenarchiv Bozen, Arci und „Geschichte und Region/Storia e regione“ organisiert und ist Teil der von Arci Bozen und dem ANPI initiierten Reihe „Resistenze“.